Physiotherapie

 

 

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Geschrieben von Elisabeth Pape

Ich gehe in Goslar zur Physiotherapie. 4 Termine bleiben mir von 6.
Fast bin ich schon wehmütig, dass es vorbei sein wird, aber ich habe sie extra gestreckt, die Termine, damit ich mich auf etwas freuen kann, einmal die Woche.
Zuerst Fango, dann diese Handgriffe an mir, die sitzen.
Zuerst das Laken,
dann mein Handtuch, dann die Fangopackung, dann der Wärmeträger, dann noch ein Laken, dann ich, mit der Lendenwirbelsäule schön auf die Fangopackung rauf, dann kommt sie und wickelt mich ein, schlägt die Laken um mich, wie ein Burrito liege ich da eingewickelt, eine weitere Fleecelecke wirft sie über mich, meine nackten Waden nun verdeckt, ich fühle mich seit langem wieder wie ein Kind, nur, dass ich mich als Kind selten so gefühlt habe. Ich schließe die Augen, 20 Minuten irgendwohin driften, die Wärme am Rücken, nie wieder auftauchen, da liegen bleiben.
Nach 20 Minuten die offene Tür, ich wende mich und und will sowas brüllen wie NEIN LASST MICH HIER LIEGEN.
Ich soll mich auf den Bauch legen. Ich lege mich auf den Bauch. Meine Unterhose ist nass geschwitzt, ich rieche nach Fangopackung.
Sie drückt mit am Kreuzbein links irgendwas rum, ich atme in den Schmerz rein.
Ich atme den Schmerz raus.
Und auch hier die Sehnsucht danach, dass es einfach nicht aufhört, dass sie nicht aufhört, mich zu bearbeiten.
Geduld muss ich haben.
Noch sieben Mal schlafen.
Geduld muss ich haben mit den Schmerzen.
Ich habe gehört, dass viele nach Veröffentlichung des Debütromans Schmerzen bekommen haben. Ich gehöre auf jeden Fall dazu.