Was ich der Wortwerkerin / dem Wortwerker schon immer sagen wollte
Meine erste HÖRSPIELPRODUKTION
Geschätzte Lesezeit: 4 Min
Geschrieben von Elisabeth Pape
Ich habe mein erstes Hörspiel für den Deutschlandfunk geschrieben und war vom 07.09.-11.09. im Studio in Berlin, um selbst die Regie bei der Aufnahme zu übernehmen.
Was das heißt? Im Vorhinein durfte ich mit bei der Sprecher*innen-Auswahl entscheiden - meine VISION INSGESAMT umsetzen. Ich hab keine Geduld jetzt den ganzen Prozess zu beschreiben, will ich auch nicht.
Was ich sagen kann: TOLL TOLL TOLL!
DAS WAR NE TOLLE ERFAHRUNG.
Gut, dass ich die Entscheidung getroffen habe, die Regie zu übernehmen, ich habe anfangs gehadert, mir das nicht zugetraut und hatte jetzt mit die beste Arbeitswoche seit Langem. Ganz kleinteilige Arbeit ist das da, ein tolles Team, was soll ich sagen. Gerne wieder! Ich habe es mir schon ausgemalt: 4 Hörspiele jährlich - Text & Regie, ich wär dabei!
Ich dachte auch, ich würde Schwierigkeiten bekommen so lange am Stück zu sitzen, das ist ja mein Problem beim Schreiben. Es ging erstaunlicherweise, vielleicht, weil ich hochkonzentriert war, vielleicht auch, weil ich zwischendurch ja doch auch aufstand und jetzt denke ich: Vielleicht ist das Sitzen nicht das Problem, sondern das Schreiben.
Ja, ich habe Probleme.
Das Schreiben betreffend.
Die Geduld dafür immer wieder aufzubringen.
Egal, darum soll es jetzt nicht gehen.
Ich will auch gar nicht zu viel erzählen von meiner Produktion, das Endergebnis kann man dann ja im Radio hören, oder in der Mediathek (Die Ursendung ist am 26.11. um 22:05 Uhr geplant, dann alle schön das Radio anschalten).
Ein Gedanke, der mich umtrieb: Ich hatte lange keine "richtige" Arbeitswoche mehr. Ich hatte mich gefragt: Wann musste ich zuletzt täglich immer zur gleichen Uhrzeit aufschlagen? Eine ganze Woche lang? Und dann die Erkenntnis: Ich erinnere mich nicht.
Gleichzeitig das Gefühl, dass die Woche wie im Flug vergangen ist. Ich war am Funktionieren, nichts geschrieben, zwei Arzttermine noch (Zahnarzt & Orthopäde), schlafen muss man ja, vom Wecker wach werden, essen, Körperpflege betreiben. Ich verstehe da schon, wenn man sagt: Keine Ahnung wo die letzten 3 Jahre geblieben sind, wenn man einer Vollzeit Arbeit nachgeht. Ich hab mich ganz wenig mit irgendwas sonst beschäftigt - Wäsche gewaschen.
Arbeit hält einen geschäftig.
Schreiben ist auch Arbeit,
aber das Schreiben hält mich nicht geschäftig.
Immer noch fluche ich darauf,
immerzu.
Wobei es dann ja auch schön war zu HÖREN, wie das, was ich geschrieben habe, sich einlöst.
Nur, dass ich mich dann gar nicht mehr richtig daran erinnern kann, WIE ich den Text geschrieben habe, WARUM diese Entscheidung, WARUM dieser Satz.
Egal, nicht so viel nachdenken.
Meine soziale Batterie war leer, auch keine Ahnung, wann ich zuletzt so viel mit unterschiedlichen Menschen im Kontakt war, aber das ist ja gut, ich merke ja schon, dass ich seltsam werden kann, so mit der Zeit, wenn ich nur schreibe (und mir das Schreiben keinen Spaß macht).
Momentan ist das Schreiben OK.
Ein Satz geht mir auch nicht aus dem Kopf: Man muss ja auch mal was erleben!
Jaja.
Wer schon mal was hören will von mir (Da habe ich die Regie nicht übernommen und der Text ist viel länger und es ist ein MUSICAL-HÖRSPIEL) VIEL SPASS:
https://www.swr.de/swrkultur/hoerspiel/das-maedchen-mit-der-pringles-dose-hoerspiel-2026-05-03-100.html
