Sabine Rieckhoff - Rose im Dezember

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Geschrieben von Admin

Sabine Rieckhoff - Rose im Dezember

 

Eigentlich hatte ich meine Lieblingsrose auf meiner Terrasse schon winterfest gemacht, sie stand immer auf meiner Terrasse in einem Kübel – da kam plötzlich der erste Schnee und damit der Frost.

Sie war eine etwas eigenwillige Rose und entschied sich manchmal noch Knospen zu bilden, wenn der Sommer bereits vorbei war. Und so entdeckte ich die Blüte, die schon etwas Frost abbekommen hatte. Ich entschied mich sie abzuschneiden um sie vor dem Erfrieren zu bewahren.

Ich stellte die Rose in eine Vase auf meinen Esstisch im Wohnzimmer, so konnte ich sie den ganzen Tag sehen. Ich hatte Zweifel, ob sie überhaupt noch aufgehen würde. Doch das tat sie zu meinem Erstaunen.

Abends, wenn ich die Kerze anzünde, schaut mich ihre strahlend weiße Blüte an und entzückt mich. Alles an ihr entzückt mich, die wohlgeformte Blüte, die etwas rundlich ist mit ganz zarten Andeutungen von Rosa, die Form ihrer Blätter und ihr sattes, tiefes Grün. Und am meisten entzückt mich, dass sie da ist.

Merkwürdig, denke ich, eine Rose im Dezember ist wie ein Licht, das in der Dunkelheit geboren wird. Ein Licht in der dunkelsten Zeit, wird aus der Dunkelheit geboren. Eigentlich unmöglich, und doch ist es da. Das Licht der Liebe, des Lebens, der Freude.

Daran denke ich. So mancher hat dunkle Stunden, Not, Leid und Trauer –schwer ist es dann dieses kleine Licht zu entdecken, das Licht der Hoffnung und doch:

Es ist ein Ros` entsprungen.

Frohe Weihnacht!

 

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